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Beziehungen entstehen nicht nur durch Gefühle.
Sie entstehen auch durch Dynamiken.
Mit der Zeit entwickelt sich oft eine bestimmte Struktur: Wer spricht Konflikte an, wer versucht zu vermitteln, wer erklärt, wer zieht sich eher zurück.
Diese Rollen entstehen selten bewusst.
Sie entwickeln sich aus vielen kleinen Situationen.
Eine Person bemüht sich, Verständnis zu zeigen.
Eine andere reagiert eher zurückhaltend.
Eine versucht Nähe zu halten, während die andere Abstand braucht.
Solange sich diese Dynamik ausgleicht, funktioniert eine Beziehung. Wenn jedoch dauerhaft eine Person den größeren Teil der emotionalen Verantwortung übernimmt, verschiebt sich das Gleichgewicht.
Dann bleibt die Beziehung zwar bestehen, aber sie kostet immer mehr Kraft.
Die Psychologie dahinter
In vielen Beziehungen entsteht mit der Zeit eine unausgesprochene Aufgabenverteilung.
Eine Person spricht Konflikte eher an.
Eine Person versucht zu vermitteln.
Eine Person bemüht sich darum, dass Gespräche wieder ruhiger werden.
Diese Rollen entstehen selten bewusst. Sie entwickeln sich aus kleinen Situationen: jemand versucht zu erklären, jemand versucht zu verstehen, jemand versucht, die Verbindung zu halten.
Problematisch wird es dann, wenn sich daraus eine dauerhafte Dynamik entwickelt.
Dann übernimmt eine Person immer häufiger die Verantwortung dafür, dass Gespräche funktionieren, Missverständnisse geklärt werden und Spannungen nicht eskalieren.
Psychologisch spricht man hier von emotionaler Überverantwortung.
Damit ist nicht gemeint, dass jemand zu viel fühlt. Gemeint ist, dass jemand beginnt, sich innerlich zuständig zu fühlen für das emotionale Gleichgewicht der Beziehung.
Diese Haltung entsteht oft aus guten Motiven: man möchte Nähe erhalten, Konflikte vermeiden oder den anderen verstehen.
Langfristig kann sie jedoch zu einem Ungleichgewicht führen.
Denn eine Beziehung kann nur dann stabil bleiben, wenn beide Menschen Verantwortung für ihr Verhalten und ihre Gefühle übernehmen.
Wenn eine Person dauerhaft versucht, die Beziehung zu stabilisieren, während die andere sich weniger beteiligt, entsteht eine Dynamik, die auf Dauer sehr viel Kraft kostet.
Viele Frauen merken erst spät, wie sehr sie sich an diese Rolle gewöhnt haben.
Sie denken lange, sie müssten sich nur noch etwas mehr bemühen, noch etwas verständnisvoller sein oder noch klarer erklären.
Dabei liegt das eigentliche Problem nicht im Bemühen, sondern in der unausgesprochenen Zuständigkeit, die sie übernommen haben. |